Die Gewerkschaften sind zu “rebooten”. Sonst sterben sie in den Hinterh?fen der Gesellschaft

Fragen Sie Dutzende von ?blichen Ukrainern auf der Stra?e, auch auf der Hauptstadtstra?e, wer an der Spitze der gr??ten Gewerkschaftsvereinigung des Landes steht, und Sie werden mindestens von neun “ich wei? nicht” vernehmen. Ich wundere mich dar?ber auch nicht, wenn der zehnte auch nicht wissen wird. Oder versuchen Sie von einer anderen Seite. Sehen Sie die Seiten von Nachrichten oder der Analytik der beliebtesten Massenmedien durch – was gibt es dort ?ber die Gewerkschaften? Praktisch nichts. Als g?be es solche im Land nicht.

Besuchen Sie das Internet. Dort bietet das Suchsystem gewiss viele Erw?hnungen der ukrainischen Gewerkschaften. Seien Sie nicht faul, sehen Sie wenigstens ein halbes Hundert dieser Erw?hnungen durch und Sie erblicken, dass es um die aus Sicht von Hauptfunktionen der Gewerkschaften geringf?gigen Ereignisse oder Erscheinungen handelt. Sie k?nnen sich wenigstens ein genaues Bild nicht machen, was die Gewerkschaften zum Arbeitsrechtsschutz von Ukrainern au?er den abgegebenen Erkl?rungen machen. Eher umgekehrt, Sie kommen zur Erkenntnis, dass sich der Schutz der bezeichneten Rechte und das Leben der Gewerkschaften in Parallelr?umen bef?nde – sie ?berschneiden sich nicht.

Ich f?hre ein kleines, aber meiner Meinung nach kennzeichnendes Beispiel an: das Thema der letzten (am 7. Juli) Pressekonferenz von Vasyl Khara (Vorsitzender des Gewerkschaftsbundes der Ukraine, von welchem neun von zehn Passanten nicht wissen, wurde als “Gewerkschaften bei Realien der sozialwirtschaftlichen Krise: Probleme und Aussichten” (Frage zur Er?rterung – “Analyse der sozialwirtschaftlichen Situation in der Ukraine und die Rolle der Gewerkschaften hinsichtlich der ?berwindung von Folgen der sozialwirtschaftlichen Krise”) angemeldet, aber es handelte dabei ausschlie?lich um, ich zitiere die Pressemitteilung, “Versuche des unrechtm??igen Wechsels der Gewerkschaftsleitung auf allen Organisationsebenen, Einziehung des Verm?gens des Bundes und der Mitgliedsorganisationen, von Siegeln und Satzungsurkunden”. Das hei?t, um den Gerichtskrieg f?r das Verm?gen des Gewerkschaftsbundes der Ukraine (dessen Grundlage – ?ber ein Hundert von sanatorischkur?rtlichen Einrichtungen). Es ist diese fast anekdotische “Parallelit?t” nat?rlich auf die gew?hnliche Fahrl?ssigkeit des Pressedienstes des Gewerkschaftsbundes der Ukraine hinsichtlich der Bestimmung des Themas der Pressekonferenz zur?ckzuf?hren, es ergab sich aber, ich wiederhole, kennzeichnend. 

Wir alle sagen gern, dass die Ukraine eine b?rgerliche Gesellschaft baut. Es ist unter anderem, wenn es im Land starke und einflussreiche gesellschaftliche Einrichtung gibt. Und welche gesellschaftliche Einrichtung muss die st?rkste und einflussreichste sein? Selbstverst?ndlich – Gewerkschaften. Dies aber ist eine Theorie. Tats?chlich befinden sich die Gewerkschaften in den Hinterh?fen des gesellschaftlichen und politischen Lebens der Ukraine, und die Situation verschlechtert sich nur. Das, dass die Regierung einen Beschluss ?ber die Preiserh?hung von Gas ohne vorherige Abstimmung mit den Gewerkschaften fasste, wie es das Allgemeine Abkommen f?r Tarife verlangt, und das, dass niemand dabei war, diese Erh?hung nach einem Protest der Gewerkschaften aufzuheben oder wenigstens auszusetzen, zeigen sehr gut unsere heutigen reellen, und nicht deklarierten Stelle und Einfluss der Gewerkschaften. 

Es ist mir unangenehm, von der ganzen zu sprechen. Da ich mich mit der Gewerkschaftsarbeit 18 Jahre besch?ftige, und also nicht kann und kein Recht habe, alles als fremder Beobachter, ohne einen Schuldanteil auf sich genommen zu haben, zu beurteilen, und als Gewerkschaftsfunktion?r eine Popularit?t unter den Menschen von der Stra?e nicht gr??er, sondern noch kleiner habe, als Volksdeputierter Vasyl Khara. Jedoch habe ich eine Unbescheidenheit, zu erkl?ren, dass ich zu diesen Menschen geh?re, welche die Situation bei der Gewerkschaftsbewegung der Ukraine f?r kritisch halten und aufrufen, diese sofort und entscheidend zu wechseln. Es ist mir unangenehm, anzuerkennen, dass die Grundnachrichten des Gewerkschaftslebens, welche in den ?ffentlichen Raum gelangen – die Nachrichten ?ber die Verm?gensstreitigkeiten, Teilnahme an der Kaperei, innere Streite, Intrigen, gegenseitige Anschuldigungen usw. sind. Es ist mir zum Beispiel unangenehm (unter anderem auch deswegen, das mich pers?nlich angeht), ?ffentlich zu sprechen, dass der Gewerkschaftsbund der Ukraine die meisten Vertreter der Gewerkschaft, welche zu ihm, dem Gewerkschaftsbund der Ukraine nicht geh?ren, aus den Vorst?nden und Aufsichtsr?ten von Fonds f?r staatliche Sozialpflichtversicherung vorigen Monat hinausjagte (man verlie? nur die Vertreter der “unabh?ngigen” Gewerkschaften f?r Mitarbeiter von Steuerbeh?rden, des Innenministeriums, der Akademie der Wissenschaften ... ). Und jetzt Hunderttausende, wenn nicht Millionen Ukrainer, w?hrend sie nicht wenige Sozialbeitr?ge einzahlen, sogar minimalen (wegen der Minderheit bei der Vertretung bei Leitungsorganen von Fonds) Einfluss auf deren gerechte Verteilung verloren. 

Ich ?bertreibe vielleicht, trage zu dick auf. Weil ich viele F?lle der echten, und nicht unter dem Teppich befindlichen Gewerkschaftst?tigkeit kenne, viele Gewerkschaftsf?hrer und Aktivisten kenne, welchen es ums Herz um ihre Sache weh wird. Ich wei?, dass die Meinung von der Notwendigkeit entschlossener Schritte zur Vereinigung von Kr?ften der ukrainischen Gewerkschaften in der Luft nicht h?ngt. Es gibt Menschen, welche den Glauben trotz alledem an die Durchf?hrung des Kongresses der allukrainischen Gewerkschaften nicht verlieren, bei dem alle ohne Ausnahme gr??ten Gewerkschaftsvereinigungen doch verabreden werden, zusammen das zu tun, wozu die Gewerkschaften eigentlich in dieser Welt existieren. Und also k?nnen und m?ssen sich die Gewerkschaften aus den Hinterh?fen herausfinden, oder, indem man den heute beliebten Begriff benutzt, die nationale Gewerkschaftsbewegung zu “rebooten”. Wenigstens deshalb, dass es unm?glich ist, zu warten oder es ist, nirgendwohin zur?ckzutreten.

Viacheslav Roi, Vorsitzender bei der Allukrainischen Versammlung von Gewerkschaftsorganisationen und Gewerkschaftsvereinigungen, welche zum Gewerkschaftsbund der Ukraine nicht geh?ren, Vorsitzender des Gewerkschaftsbundes des Klein- und Mittelunternehmens der Ukraine